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Beitrag im Missy Magazin über „Kulturelle Aneignung und koloniale Gewalt“

Vor einigen Tagen wurde der  Beitrag „Kulturelle Aneignung und koloniale Gewalt“ von Noa Ha auf dem Onlineauftritt des Missy-Magazine veröffentlicht.

Der Beitrag ist „ im Rahmen einer gemeinsamen Suche nach Antworten von Redakteur*innen von Missy Magazine und „ak – analyse & kritik“ entstanden“ bei der es um die Frage „wie sprechen wir über Rassismus in Deutschland und in der Linken? “ geht.

Die Erklärung von „kultureller Aneignung“ erfolgt unter anderem anhand der Rückgabeforderungen indigener Gruppen an das Karl-May-Museum in Radebeul.

Viel Spaß beim Lesen:

Kulturelle Aneignung und koloniale Gewalt

Von Noa Ha

Wenn ich ehrlich bin, verfolge ich die Debatte über „kulturelle Aneignung“, die der Text von Hengameh Yaghoobifarah über das Fusion-Festival nach sich zog, mit einem ironischen Lächeln. Teils, weil die Beiträge unfreiwillig komisch sind, teils, weil ich sie nur mit einem satirisch-distanzierten Blick ertrage. Denn viele der Reaktionen auf den süffisant-polemischen Beitrag auf der Missy-Webseite sind von einem fast grotesken Ernst – moralisierend, rechthaberisch und zynisch. Hier soll vor allem Deutungshoheit aus einer weißen Position heraus verteidigt werden. Aber worum geht es? Und was bedeutet eigentlich „kulturelle Aneignung“?

Der Vorwurf der kulturellen Aneignung wird in der Regel von einer marginalisierten/subalternen (1) Position aus erhoben und richtet sich gegen dominante/privilegierte Positionen (Gruppen, Institutionen, Personen), da sie sich kulturelle Symbole, Gegenstände und Praktiken von subalternen Gruppen abschauen, aneignen und einverleiben. Sei es in Museen, in der Forschung oder im Alltag. Kritiker*innen des Vorwurfs der kulturellen Aneignung bemängeln, dass dieses Denken auf problematischen Gruppenidentitäten aufbaue bzw. diese festschreibe und, ähnlich wie rechte Konzepte, von „ethnischen“ Identitäten und Eigenschaften ausgehe. Die Klage über kulturelle Aneignung sei daher essenzialisierend, heißt es. Dass diese jedoch nicht darauf reduzierbar ist, zeigt sich zum Beispiel an den Rückgabeforderungen indigener Gruppen wie jenen an das Karl-May-Museum in Radebeul bei Dresden.

Hier wird deutlich, Weiterlesen