Hervorgehobener Artikel

Willkommen

Künftig möchten wir hier mit euch Informatives, Kritisches, Lesens- und Sehenswertes aus postkolonialer Perspektive teilen. Natürlich entgeht aber auch uns vieles, das gehört werden sollte. Wir freuen uns deswegen immer über Hinweise und Ergänzungen!

„Sie war eine starke Frau – die Marwa“ ein Feature zum Gedenken an Marwa El-Sherbini

Hiermit empfehlen wir  „Sie war eine starke Frau, die Marwa“, ein Feature zum Gedenken an Marwa El-Sherbini. Marwa El-Sherbini wurde am 1. Juli 2009 im Dresdner Landgericht bei einem Berufungsprozess wegen Beleidigung ermordet. Die Reaktionen der Stadt Dresden auf den rassistischen Mord waren verhalten. Dies löste international Empörung aus. Das Feature beschreibt Marwa El-Sherbini aus Sicht verschiedener Zeitzeug*innen und zeigt verschiedene Formen des Gedenkens und dem Diskurs darum.

Nachzuhören ist es unter https://www.freie-radios.net/83818

Auch in diesem Jahr findet die Gedenkveranstaltung an Marwa El-Sherbini am 1. Juli um 14 Uhr am Landgericht Dresden statt.

Berlin: decolonize-mitte fordert Umbennenung der Petersalle Pressemitteilung: PM: Bezirksamt Berlin Mitte gefährdet konsequente Dekolonisierung des sogenannten Afrikanischen Viertels

Berlin, 2.2.2017

Das zivilgesellschaftliche Bündnis „Decolonize Berlin“ kritisiert, dass das Bezirksamt von Berlin Mitte noch ein Rechtsgutachten zur anstehenden Umbenennung der Petersallee in Berlins „Afrikanischem Viertel“ in Auftrag gegeben hat. Die BVV hat über die Änderung dieses Namens sowie über die Umbenennung der Lüderitzstraße und des Nachtigalplatzes schon im März 2016 positiv entschieden. Während jetzt für diese beiden Straßen zum Einbringen von Alternativvorschlägen in Würdigung von afrikanischen Widerstandskämpfer_innen aufgerufen wird, bleibt die Petersallee unerwähnt. Aus Sicht des Bündnisses wird durch den Schritt die konsequente Dekolonisierung des Viertels gefährdet.

Im März 2016 beschloss die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) die Umbenennung der Deutschlands Kolonialbegründer ehrenden Lüderitzstraße, des Nachtigalplatzes und der Petersallee im sogenannten Afrikanischen Viertel. In der Umsetzung des Beschlusses, der auch in der Vereinbarung des Bezirksamtes festgehalten ist, hat das Bezirksamt nun noch eine rechtliche Prüfung der Umbenennung der Petersallee in Auftrag gegeben. Die Straße wurde im Zuge der NS-Kriegspropaganda 1939 nach dem berüchtigten Kolonialverbrecher Carl Peters benannt und nach Kritik an dessen Ehrung bereits 1986 auf den CDU-Politiker Hans Peters „umgewidmet“. Das Bezirksamt stellt fest, dass „diese Änderung vor Ort nicht nachvollziehbar sei“. Auch Schwarze, afrikanische und entwicklungspolitische Vereine haben dies in der Vergangenheit immer wieder betont und statt des historischen „Etikettenschwindels“ eine konsequente Umbenennung der Allee in Würdigung des afrikanischen Widerstands gefordert.

„Warum die Umbenennung der Petersallee nun erst rechtlich geprüft wird, obwohl der Bezirk Mitte sie bereits vor einem Jahr beschlossen hat, können wir nicht nachvollziehen“, kritisiert Tahir Della vom Bündnis „Decolonize Berlin“. „Durch diesen vorauseilenden Gehorsam wird die konsequente Dekolonisierung des ‚Afrikanischen Viertels‘ gefährdet. Weiterlesen

Die NSU-Monologe – Der Kampf der Hinterbliebenen Bühne für Menschenrechte/Michael Ruf

HEUTE 07.04.2017 // 20 Uhr // Festspielhaus Hellerau

Die NSU-Monologe erzählen von den jahrelangen Kämpfen dreier Familien der Opfer des NSU – von Elif Kubaşık, Adile Şimşek und İsmail Yozgat: von ihrem Mut, in der ersten Reihe eines Trauermarschs zu stehen, von der Willensstärke, die Umbenennung einer Straße einzufordern und vom Versuch, die eigene Erinnerung an den geliebten Menschen gegen die vermeintliche Wahrheit der Behörden zu verteidigen.

Die NSU-Monologe sind dokumentarisches, wortgetreues Theater – roh und direkt liefern sie uns intime Einblicke in den Kampf der Angehörigen um Wahrheit und sind in Zeiten eines erstarkenden Rechtsextremismus an Aktualität kaum zu überbieten.

Im Anschluss: Publikumsgespräch mit Kerstin Köditz (Stellvertr. Vorsitzende des NSU Untersuchungsausschuss Sachsen, MdL, Die Linke) und Kristina Kocevska (Dolmetscherin im Bereich Asyl), moderiert von Danilo Starosta (Kulturbüro Sachsen e.V.).

Feministory ein feministischer Stadtrundgang in Dresden

In Kooperation ist ein neuer Stadtrundgang in Dresden entstanden, diesmal eine feministische Betrachtung Dresdens. Hier der Ankündigungstext von unseren Kolleg*innen von Feministory:

Wo trafen sich Lesben in der DDR? Was hat Pegida mit unrasierten Achseln zu tun? Und wer spült in der Neustadt eigentlich die Teller ab? Feministische Ereignisse, Persönlichkeiten und Geschichten sind im Dresdner Stadtbild erst einmal nicht sichtbar. Gemeinsam wollen wir feministische Themen anhand eines Rundgangs durch die Stadt sichtbarmachen und entdecken. Wir laden euch ein mit uns zusammen Dresden durch die lila Brille zu sehen!

Das erste Mal wird der Rundgang im Rahmen der Kritischen Einführungstage an der TU Dresden am 11. April durchgeführt. Start ist um 15 Uhr am Postplatz. Unseren postkolonialen Rundgang könnt ihr einen Tag später um 16 Uhr am Jorge-Gomondai-Platz besuchen.

Neuigkeiten zum Verbrechen an Berta Caceres

„Ein Jahr nach dem Verbrechen an der honduranischen Aktivistin Berta Cáceres haben Nachforschungern ergeben, dass zwei der für den Mord festgenommenen Personen Offiziere des Geheimdienstes waren. Sie wurden in der School of the Americas in Fort Benning im US-Bundesstaat Georgia, ausgebildet. Grundlage dieser Information sind Aufzeichnungen der honduranischen Streitkräfte und juristische Dokumente, zu denen die Journalistin Nina Lakhani Zugang hatte. Sie veröffentlichte am Dienstag, den 28. Februar einen Artikel in der britischen Tageszeitung The Guardian.“ Den ganzen Artikel dazu findet ihr hier.

 

Zum Umgang mit Blackfacing beim Karneval Solidaritätsbekundung zur Kritik an rassistischen Praxen im Rahmen des Karnevals in Fulda

Wir teilen mit euch eine Mitteilung von kassel postkolonial, zu rassistischen Praktiken und dem Umgang mit dessen Kritiker*innen in Fulda, die uns kürzlich erreichte.

Bereits seit Lägerem haben sich Menschen in Fulda kritisch zur Verkleidungstradition des Vereins „Südend Fulda Karnevalverein 1938 e. V.“ geäußert, die neben dem Tragen von Kolonialuniformen auch die Kostümierung mit Baströcken, Tierfellen, Schmuck aus Knochen und Blackfacing, d.h. dem Bemalen des Gesichts eines weißen Menschen mit schwarzer Farbe, als „Afrikaner*innen“ beinhaltet. Diese Verkleidung ist der Gruppe Fulda Postkolonial e.V. und vielen weiteren Unterstützer*innen zufolge eine stereotypisierte, abwertende Darstellung von People of Color und als solche nur schwerlich mit dem Anspruch des Karnevalvereins, weltoffen und nicht rassistisch zu sein, zusammenzubringen. Weiterlesen

Wir empfehlen – Erste Kurdische Filmtage in Dresden 03.-05.März 2017 im Kino Thalia / Görlitzer Straße 6

Der UTA Frauenrat Dresden, das Internationalistische Zentrum Dresden und die Fachstelle Jugendhilfe des Kulturbüro Sachsen e.V. laden ein zu den ersten kurdischen Filmtagen in Dresden. Diese finden vom 03. bis 05. März 2017 im Thaliakino auf der Görlitzer Strasse 6 statt. Erwartet werden spannende Filme und anregende Diskussionen.

Alle Informationen zu den Kurdischen Filmtagen Dresden gibts unter www.kurdischefilmtage-dresden.de

An dieser Stelle sei auch auf das Warm-Up-Programm ab dem 16.02. hingewiesen. Mehr dazu unter http://kurdischefilmtage-dresden.de/warm-up-l-germ-kirin/

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Solidarität mit den Ovaherero und Nama 11. Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen und Schwarzen Opfer von Versklavung, Versklavungshandel, Kolonialismus und rassistischer Gewalt.

Wir rufen dazu auf, am 25.02.2017 nach Berlin zu fahren und am 11. Gedenkmarsch für die afrikanischen und Schwarzen Opfer von Versklavung, Versklavungshandel, Kolonialismus und rassistischer Gewaltteilzunehmen.

Hier der Aufruf:

Foto_KADiB

Quelle: KADiB Aufgenommen beim Gedenkmarsch 2016

Das Komitee für ein afrikanisches Denkmal in Berlin (KADIB) veranstaltet am 25.02.2017 ab 11 Uhr (Treffpunkt Wilhelmstraße 92 in Berlin-Mitte) den 11. Gedenkmarsch für die afrikanischen und Schwarzen Opfer von Versklavung, Versklavungshandel, Kolonialismus und rassistischer Gewalt. Der Gedenkmarsch wurde ins Leben gerufen, um der Forderung nach Anerkennung der Verbrechen gegen afrikanische und Schwarze Menschen Nachdruck zu verleihen und um ihren Widerstand zu würdigen.

Als Datum für den jährlichen Gedenkmarsch haben wir – in Erinnerung an das Ende der berüchtigten Berliner Afrika-Konferenz (26.02.1885) – den letzten Sonnabend im Februar gewählt. Auf der Konferenz besiegelten die damaligen Großmächte – unter Ausschluss afrikanischer Menschen – die koloniale Aufteilung des afrikanischen Kontinents. Mit der Kolonisierung gingen skrupellose Unterdrückung und Ausbeutung, Zwangsarbeit, Folter und Vergewaltigungen, Kunstraub und Kulturzerstörung, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermorde auf dem afrikanischen Kontinent einher.

Im Zuge der Kolonisierung Afrikas wurden mehr als 30 Millionen Menschen Opfer dieser Verbrechen. 1904-08 begingen die Deutschen an den Ovaherero und Nama den ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts. 50-80% ihrer Kinder, Frauen und Männer wurden ermordet und ihr Land konfisziert. Die zeitgleichen Kriegsverbrechen der kaiserlichen „Schutztruppe“ im ostafrikanischen Maji-Maji-Krieg kosteten mindestens 100 000 Menschen das Leben. Während der menschenverachtenden Verteidigung des deutschen Kolonialreichs im Ersten Weltkrieg Weiterlesen

Sächsischer Humor? Unverhohlener Rassismus!

Eine Karikatur in der Sächsischen Zeitung sorgt in der taz für Empörung, weil sie mit sehr rassistischen Bildern arbeitet, die auch in der Kolonialzeit entstanden sind. In Sachsen allerdings bleibt ein Aufschrei aus, sind es doch die Bilder, die in den letzten Monaten und Jahren immer mehr ins Sagbarkeitsfeld gerückt sind und somit vermutlich von vielen Leser*innen geteilt werden oder die zumindest nicht empören. Es sind auch Bilder, die Angst schüren sollen und zu rassistischer Gewalt führen. Hier geht es zum Artikel in der taz und hier zu den Kontaktdaten der SZ für Beschwerden und Leser*innenbriefe.

Babys machen Postkoloniale Perspektiven auf Reproduktion

Rassismus zeigt sich auch im und am Körper, wenn es z.B. um Fragen der Reproduktion geht. Die dadurch vermittelten Vorstellungen z.B. von der Reproduktion von „schlechten Genen“ stammen aus kolonialen Beziehungen und schlugen sich im Konzept der Eugenik nieder. Dieser geschlechtsspezifische Rassismus erfordert einen intersektionalen Ansatz,  der eben genau diese Verwobenheit von Sexismus und anderen Machtverhältnissen, wie z.B. Rassismus und Ableismus mitdenkt, um spezifischen Erfahrungen gerecht zu werden und in Kämpfen nicht z.B. Erkenntnisse und Errungenschaften unsichtbar zu machen. Hier geht es zum Interview und dem Dossier des Gunda-Werner-Instituts und des Missy-Magazins.

Geschichte der amerikanischen Versklavung

Diese Seite informiert über viele Aspekte der amerikanischen Versklavung, z.B. zeigt sie grafisch die über 20.000 Tausend Schiffe, die mit verskalvten Menschen von Afrika nach Amerika fuhren und den sogenannten ‚Dreieckshandel‘ mit Europa einleiteten und dort zu Wachstum und Reichtum führten.

13th Dokumentarfilm zu rassistischen Politiken in den USA

13th_filmNeither slavery nor involuntary servitude, except as a punishment for crime whereof the party shall have been duly convicted, shall exist within the United States, or any place subject to their jurisdiction.“    13. Zusatzartikel zur Verfassung der USA

Die Dokumentation von Ava DuVernay (Selma) beschäftigt sich mit der Situation von Schwarzen Menschen in den USA seit der Abschaffung der Versklavung und wie diese mit den heutigen Zuständen in amerikanischen Gefängnissen zusammenhängt und welche Bilder dabei zur Legitimation dienen.