Hervorgehobener Artikel

Willkommen

Künftig möchten wir hier mit euch Informatives, Kritisches, Lesens- und Sehenswertes aus postkolonialer Perspektive teilen. Natürlich entgeht aber auch uns vieles, das gehört werden sollte. Wir freuen uns deswegen immer über Hinweise und Ergänzungen!

Sächsischer Humor? Unverhohlener Rassismus!

Eine Karikatur in der Sächsischen Zeitung sorgt in der taz für Empörung, weil sie mit sehr rassistischen Bildern arbeitet, die auch in der Kolonialzeit entstanden sind. In Sachsen allerdings bleibt ein Aufschrei aus, sind es doch die Bilder, die in den letzten Monaten und Jahren immer mehr ins Sagbarkeitsfeld gerückt sind und somit vermutlich von vielen Leser*innen geteilt werden oder die zumindest nicht empören. Es sind auch Bilder, die Angst schüren sollen und zu rassistischer Gewalt führen. Hier geht es zum Artikel in der taz und hier zu den Kontaktdaten der SZ für Beschwerden und Leser*innenbriefe.

Babys machen Postkoloniale Perspektiven auf Reproduktion

Rassismus zeigt sich auch im und am Körper, wenn es z.B. um Fragen der Reproduktion geht. Die dadurch vermittelten Vorstellungen z.B. von der Reproduktion von „schlechten Genen“ stammen aus kolonialen Beziehungen und schlugen sich im Konzept der Eugenik nieder. Dieser geschlechtsspezifische Rassismus erfordert einen intersektionalen Ansatz,  der eben genau diese Verwobenheit von Sexismus und anderen Machtverhältnissen, wie z.B. Rassismus und Ableismus mitdenkt, um spezifischen Erfahrungen gerecht zu werden und in Kämpfen nicht z.B. Erkenntnisse und Errungenschaften unsichtbar zu machen. Hier geht es zum Interview und dem Dossier des Gunda-Werner-Instituts und des Missy-Magazins.

Geschichte der amerikanischen Versklavung

Diese Seite informiert über viele Aspekte der amerikanischen Versklavung, z.B. zeigt sie grafisch die über 20.000 Tausend Schiffe, die mit verskalvten Menschen von Afrika nach Amerika fuhren und den sogenannten ‚Dreieckshandel‘ mit Europa einleiteten und dort zu Wachstum und Reichtum führten.

13th Dokumentarfilm zu rassistischen Politiken in den USA

13th_filmNeither slavery nor involuntary servitude, except as a punishment for crime whereof the party shall have been duly convicted, shall exist within the United States, or any place subject to their jurisdiction.“    13. Zusatzartikel zur Verfassung der USA

Die Dokumentation von Ava DuVernay (Selma) beschäftigt sich mit der Situation von Schwarzen Menschen in den USA seit der Abschaffung der Versklavung und wie diese mit den heutigen Zuständen in amerikanischen Gefängnissen zusammenhängt und welche Bilder dabei zur Legitimation dienen.

Oury Jalloh ist kein Einzelfall! Infoveranstaltung am 7. Dezember 2016 im AZ Conni

„Rassistische Gewalt ioury-flyerst nach wie vor Alltag in unserer Gesellschaft: Angriffe gegen Menschen auf der Straße und auf Flüchtlingsunterkünfte, brutale Abschottung der EU-Außengrenzen oder Gewalt durch Beamt*innen in (Abschiebe-)Gefängnissen und Polizeiwachen. Ebenso alltäglich ist das daran anschließende Leugnen, Relativieren und Verdrängen. Nur so ist es möglich, dass nach wie vor jährlich Tausende von Menschen bei dem Versuch nach Europa zu kommen sterben, dass rechte Terrorist*innen wie der NSU jahrelang unbehelligt morden und dass Oury Jalloh an Händen und Füßen gefesselt in einer Polizeizelle verbrannte – ohne ernsthafte Konsequenzen für die beteiligten Polizist*innen.

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Veranstaltungsreihe Courage an der TU Dresden eine Empfehlung für Veranstaltungen im Rahmen der Reihe "Courage Wissen, sehen, handeln!

 

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Der Bereich Geistes- und Sozialwissenschaft der TU Dresden veranstaltet gerade die Reihe „Courage“, mit der auf das rassistische Klima und auf rassistische Übergriffe reagiert werden soll.

Auch wenn diese Initative der TU Dresden etwas spät kommt, umfasst sie einige spannende und wichtige Veranstaltungen.

Zum beispiel einen Empowerment Workshop für Menschen mit eigener Rassismuserfahrung am 05. Dezember. Start ist 09:00 im Zentrum für Weiterbildung der Tu Dresden. Die Veranstaltenden bitten um Anmeldung unter tu-dresden.de/courage.

Ein wichtige Veranstaltung ist auch der Vortrag am 09. Dezember um 18: 30 im Chemiegebäude. An diesem Abend wird Emily Ngubia Kessè über Rassismus an deutschen Hochshculen referieren.

Am 13. Dezember findet 18 Uhr im Kino im Kasten ein Filmabend zu „Die Arier“ statt, bei der auch die Regisseurin Mo Asumang anwesend sein wird.

Also werft noch einmal einen ausführlichen Blick in das Programm und schaut bei den Veranstaltungen vorbei.

Beitrag im Missy Magazin über „Kulturelle Aneignung und koloniale Gewalt“

Vor einigen Tagen wurde der  Beitrag „Kulturelle Aneignung und koloniale Gewalt“ von Noa Ha auf dem Onlineauftritt des Missy-Magazine veröffentlicht.

Der Beitrag ist „ im Rahmen einer gemeinsamen Suche nach Antworten von Redakteur*innen von Missy Magazine und „ak – analyse & kritik“ entstanden“ bei der es um die Frage „wie sprechen wir über Rassismus in Deutschland und in der Linken? “ geht.

Die Erklärung von „kultureller Aneignung“ erfolgt unter anderem anhand der Rückgabeforderungen indigener Gruppen an das Karl-May-Museum in Radebeul.

Viel Spaß beim Lesen:

Kulturelle Aneignung und koloniale Gewalt

Von Noa Ha

Wenn ich ehrlich bin, verfolge ich die Debatte über „kulturelle Aneignung“, die der Text von Hengameh Yaghoobifarah über das Fusion-Festival nach sich zog, mit einem ironischen Lächeln. Teils, weil die Beiträge unfreiwillig komisch sind, teils, weil ich sie nur mit einem satirisch-distanzierten Blick ertrage. Denn viele der Reaktionen auf den süffisant-polemischen Beitrag auf der Missy-Webseite sind von einem fast grotesken Ernst – moralisierend, rechthaberisch und zynisch. Hier soll vor allem Deutungshoheit aus einer weißen Position heraus verteidigt werden. Aber worum geht es? Und was bedeutet eigentlich „kulturelle Aneignung“?

Der Vorwurf der kulturellen Aneignung wird in der Regel von einer marginalisierten/subalternen (1) Position aus erhoben und richtet sich gegen dominante/privilegierte Positionen (Gruppen, Institutionen, Personen), da sie sich kulturelle Symbole, Gegenstände und Praktiken von subalternen Gruppen abschauen, aneignen und einverleiben. Sei es in Museen, in der Forschung oder im Alltag. Kritiker*innen des Vorwurfs der kulturellen Aneignung bemängeln, dass dieses Denken auf problematischen Gruppenidentitäten aufbaue bzw. diese festschreibe und, ähnlich wie rechte Konzepte, von „ethnischen“ Identitäten und Eigenschaften ausgehe. Die Klage über kulturelle Aneignung sei daher essenzialisierend, heißt es. Dass diese jedoch nicht darauf reduzierbar ist, zeigt sich zum Beispiel an den Rückgabeforderungen indigener Gruppen wie jenen an das Karl-May-Museum in Radebeul bei Dresden.

Hier wird deutlich, Weiterlesen

Straßenumbenennung in Löbtau in Gedenken an die Opfer des „NSU“ Pressemitteilung der antifaschistischen Initaitve Löbtau

Im folgenden Dokumentieren wir die Pressemitteilung der antifaschistichen Initiative Löbtau die uns heute erreicht hat.

Anlässlich des bevorstehenden 5. Jahrestages der Selbstenttarnung des sogenannten NSU sind letzte Nacht in Dresden-Löbtau die Bünaustraße und Reisewitzer Straße symbolisch umbenannt worden. Die Straßen tragen jetzt die Namen zweier Opfer des rechten Terrors: Enver Şimşek und Halit Yozgat. Die Antifaschistische Initiative Löbtau (AIL) bekennt sich zu der Umbenennung und möchte damit an die Opfer der rechtsterroristischen Mordserie gedenken. Gedenktafel „Die Perspektive von Betroffenen rechter Gewalt ist auch nach dem Auffliegen des NSU in der öffentlichen Debatte nicht ausreichend präsent. Die Straßenumbenennung macht die Namen der Opfer zumindest symbolisch sichtbar“, begründet Jona F. (AIL) die Aktion. Enver Şimşek war das erste Todesopfer des sogenannten NSU. „Die Ignoranz der Ermittlungsbehörden gegenüber alltäglicher rechter Gewalt drückte sich damals im Ausschließen von rassistischen oder rechtsterroristischen Motiven aus. Ermittlungen wurden ausschließlich im Umfeld der Familien geführt. Wir möchten an dieser Stelle auf den institutionellen Rassismus der Ermittlungsbehörden hinweisen, welcher den Fortgang der Mordserie in unseren Augen mit ermöglichte.“ erläutert die Gruppe weiter. Enver Şimşek war Vater von zwei Kindern und betrieb einen Blumengroßhandel. Er starb am 11. September 2000, nachdem er am 09.September 2000 an einem Verkaufsstand seines Betriebes in Nürnberg niedergeschossen wurde. Halit Yozgat lebte in Kassel und betrieb dort ein Internetcafé. In diesem wurde er am 06. April 2006 erschossen. Zur Tatzeit befand sich ein Mitarbeiter des Landesamtes für Verfassungsschutz im Internetcafé. Die Anwesenheit eines Beamten zur Tatzeit, ist ein Beispiel für die vielen Skandale in Hinblick auf die Rolle von deutschen Sicherheitsbehörden im Kontext des NSU.

„In Sachsen wurden aus den zahlreichen Skandalen rund um den sogenannten NSU keine Lehren gezogen und

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Refugee Struggle for Freedom Hunger Strike am Sendlinger Tor

In München sind am 31.10.2016 mehrer Personen in den Hungerstreik getreten. Dieser Hungestreik ist eine Aktion im Rahmen der aktuellen Proteste des Refugee Struggle for Freedom und unterstreicht unter anderem die Forderung nach Bleiberecht.

Hier gibt es die dazugehörige Ankündigung zum Nachlesen. Aktuelle Informationen gibt es bei twitter.com/refugeestruggle

Heute kündigen wir wieder einen Hungerstreik mit 35 Personen am Sendlinger Tor an. Seit dem Abend sind wir 80 Personen.

Am 22. November 2014 haben wir genau an der gleichen Stelle einen Hungerstreik begonnen. Wir nahmen am Hungerstreik am Rindermarkt teil. Wir starteten am 12. März 2014 in Dingolfing einen trockenen Hungerstreik. Wir organisierten Info- und Protestzelte in verschiedenen Städten. Wir besetzten symbolisch am 4. Juli 2014 das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Wir haben am 17. Juli 2014 an der Besetzung des Fernsehturms in Berlin teilgenommen und am 21. Juli 2014 einen Hungerstreik am Brandenburger Tor gemacht. Auch besetzten wir, Weiterlesen

Der Spaß hört da auf wo Rassismus beginnt! Stellungnahme der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland zur geplanten Sendung „Verstehen Sie Spaß?“ am 29.10.2016

Die Initative Schwarze Menschen Deutschland hat am 28.10.2016 eine Stellungnahme zum widerholten Blackfacing im öffentlich rechtlichen Rundfunk herausgegeben:

Stellungnahme der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland zur geplanten Sendung „Verstehen Sie Spaß?“ am 29.10.2016

Der Spaß hört da auf wo Rassismus beginnt!

Sehr geehrter Herr Boudgoust sehr geehrter Herr Hauser,

Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland engagiert sich seit Jahren gegen die immer noch gängige Praxis des Blackfacing in Deutschland an deutschen Bühnen, in den Sendeanstalten der öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsender und in alltagskulturellen Bereichen wie dem Karneval. Diese Form der Darstellung Schwarzer Menschen führt eine rassistische Tradition fort, die – auch in Deutschland – zu keinem Zeitpunkt hinnehmbar war oder ist.

Trotz der in der Vergangenheit geführten öffentlichen Auseinandersetzungen in ähnlichen Fällen (Günter Wallraff , Dieter Hallervorden,  Denis Scheck, Wetten dass …?) hat sich scheinbar immer noch nicht die Erkenntnis breit gemacht, dass rassistische Praxis, zu keinem Zeitpunkt gesellschaftsfähig ist.

Für die Sendung „Verstehen Sie Spaß…?“ vom SWR ließ sich der Moderator Guido Cantz in rassistischer Blackfacing-Tradition mit brauner Schminke im Gesicht und aufmodellierten unnatürlich dicken Lippen als Schwarzen Südafrikaner verkleiden (Einen stereotypen Akzent lieferte er bei seinem Auftritt gleich mit!). Besagter Sketch wurde in der Schweizer Sendung „Happy Day“ aufgezeichnet mit dem Ziel, den Moderator Röbi Koller  in der Sendung mal so richtig aufs Korn zu nehmen.

Tatsächlich jedoch werden rassistische Traditionen und rassistische Bilder von als dümmlich dargestellten Afrikaner_innen aufgerufen und reproduziert und Weiterlesen

Das Märchen von der Augenhöhe. Macht und Solidarität in Nord-Süd-Partnerschaften. Neue Publikation von glokal

Augenhöhe und Partnerschaft sind Formulierungen, die gerne und oft in der Nord-Süd-, Solidaritäts- oder ,Entwicklungszusammenarbeit‘ gebraucht werden. Sie sollen Fortschrittlichkeit signalisieren und Gleichberechtigung demonstrieren. Doch reichen die Begriffe über maerchenbroschuere_titelblatt-216x300Rhetorik hinaus? Wie sind Denkmuster und Strukturen in Nord-Süd-Partnerschaften gestaltet? Welche Perspektive haben die sogenannten Süd-Partner*innen auf die Zusammenarbeit?
In der Publikation „Das Märchen von der Augenhöhe“ hat glokal e.V. zehn Aktivist*innen, Engagierte und NRO-Mitarbeitetende aus Globalem Süden und Norden zusammengebracht, um unterschiedliche Aspekte der NRO-Strukturen, Schulpartnerschaften, Freiwilligendienste und Solidaritätsarbeit zu beleuchten. Eine theoretischer Einleitung macht den historisch-politischen Rahmen fassbar und eine Reflexions- und Praxishilfe unterstützt bei der Analyse und Transformation des eigenen Engagements der Leser*innen.

Wir hatten die Gelegenheit unsere Veranstaltungen zu G7 mit der buko (Bundeskoordination Internationalismus) in der Broschüre vorzustellen und zu reflektieren. Bestellt werden kann die Broschüre hier über die Seite von glokal.

Die Dämonisierung der Anderen. Rassismuskritik der Gegenwart Buchvorstellung, Lesung und Gespräch mit Paul Mecheril

Am 21. Oktober 2016 19:00 – 20:30 Uhr wird Paul Mecheril im Neuen Rathaus Dresden den aktuellen Sammelband “Die Dämonisierung der Anderen. Rassismuskritik der Gegenwart” vorstellen.

Anschläge auf Unterkünfte von Geflüchteten, rassistische Übergriffe körperlicher und sprachlicher Art, eine Politik, die zunehmend auf Repression setzt – die derzeitige mediale, politische und alltagsweltliche Behandlung von Flucht und Migration hat in Europa offenen Rassismus (wieder) salonfähig gemacht. Auch oder besonders in Sachsen zeigt sich, wie sehr diese neuen rassistischen Strukturen sich bereits gesellschaftlich und politisch etabliert haben. Speziell Geflüchtete erfahren hier immer wieder negative und feindliche Zuschreibungen. Die Beiträge der Publikation analysieren Dämonisierungsphänomene in der Migrationsgesellschaft rassismuskritisch und zeigen, dass die Vorstellung und Abwehr „des dämonischen Anderen“ nicht zuletzt der Bewahrung von materiellen und symbolischen Privilegien dient.

Link zur Veranstaltung

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Kritische Einführungstage in Dresden Postkolonialer Stadtrundgang

Zu Beginn des Wintersemesters 2016/17 finden zum ersten Mal die Kritische Einführungstagen an der TU Dresden statt. Vom 04. bis 07. Oktober – parallel zu der offiziellen Einführungswoche der Fachbereiche – erwarten dbanner2ich täglich mehrere Veranstaltungen auf dem Campus, in denen wir uns kritisch mit gesellschaftspolitischen Inhalten beschäftigen, die sonst an der Uni wenig Platz finden. Das Themenspektrum reicht von Wissenschaftskritik, Entwicklungen rechter Gewalt in Sachsen bis hin zu Antisemitismus, einer Einführung in Konzepte des Feminismus oder einem geopolitischen Blick auf Fluchtursachen. Hier findet ihr das Programm.  Auch wir sind mit einem postkolonialen Stadtrundgang dabei – los gehts am 5.10. um 17 Uhr vom Jorge-Gomondai-Platz. Außerdem gibts am 6.10. um 18 Uhr vom Skatepark Lingnerallee aus noch einen Rundgang zu Pegida.