Ein Interview mit der Publizistin Kübra Gümüşay: "Die Gesellschaft erwartet von Flüchtlingen, dass sie Übermenschen sind"

„In der Flüchtlingsdebatte warnen viele vor jungen, muslimischen Männern: Sie seien aggressiv, sexistisch, gefährlich. Woher kommt dieses Bild? […]und warum hält es sich so hartnäckig? – Es sagt eigentlich mehr über die deutsche Gesellschaft aus als über den Islam oder diese Männer. Nämlich darüber, wie sich die Deutschen selber sehen. Sie zeichnen ein idealisiertes Bild von Deutschland als Gesellschaft, in der es keinen Sexismus gibt. Stattdessen versuchen sie, den Sexismus in der eigenen Gesellschaft auf die neu Dazugekommenen zu projizieren, um damit zu suggerieren, dass das Problem importiert sei. Besonders krude wird es, wenn erzkonservative Politiker, die nichts mit Feminismus am Hut haben, plötzlich Sexismus beklagen, wenn es um Muslime oder Geflüchtete geht. Sie vereinnahmen damit die feministische Debatte für ihre politischen Ziele.“ Kübra Gümüşay erzählt im Interview mit der Süddeutschen Zeitung darüber, was Vorurteile über muslimische Männer eigentlich über die deutsche Gesellschaft (interessanter Artikel zu der Frage: Was ist deutsch?) aussagen. Ihr Blog ‚ein fremdwörterbuch‘ wurde 2011 für den Grimme-Preis nominiert, dort schreibt sie „über Islam, Feminismus, Rassismus und Internet. […] oder über alle Themen zusammen“, die sie auch in ihrem sehr spannenden Vortrag ‚Power of Stories‚ thematisiert. Zum Thema Islam and Feminism könnt ihr auch auf dem gleichnamigen Blog noch weiter nachlesen.