„Der NSU, die BRD und der rassistische Normalzustand“ Vortrag // 15.11.2017 // 20 Uhr // Projekttheater Dresden

 

Der NSU Prozess in München nähert sich dem Ende. Die Rolle des Freistaates Sachsen und der regionalen Neo-Naziszene ist dabei immens.

Zwischen 1999 bis 2011 beging der NSU drei Bombenanschläge und zehn Morde, darunter neun an migrantischen Kleinunternehmern, sowie zahlreiche Banküberfälle.

Erst im Jahr 2011 enttarnte sich die nationalsozialistische Terrorgruppe durch den Selbstmord von Böhnhart und Mundlos selbst.

Zwar war der NSU das Werk von militanten Neonazis, ohne die Verwicklungen des Verfassungsschutzes, den Rassismus in Polizei und Gesellschaft hätte es ihn jedoch nie in dieser Form gegeben.

Es gilt daher jene Faktoren zu analysieren, die dazu geführt haben, dass der NSU seine neonazistischen Terrorakte begehen konnte.
Inwieweit bestehen die gesellschaftlichen Verhältnisse, die den NSU möglich gemacht haben, auch nach dessen Auffliegen fort? Außerdem soll es dem Vortrag um offene Fragen, den Prozess und die Aktionen am Tag der Urteilsverkündung gehen.

mehr Infos unter: Projekttheater Dresden

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veranstaltet von Critique and Act

(Un-)sichtbares Erbe – eine postkoloniale Spurensuche Ein Stadtrundgang im Rahmen der SEBIT

Im Rahmen der diesjährigen SEBIT mit dem Jahresthema Kolonialismus („Decolonize Globales Lernen“) bieten wir einen Rundgang an. Dort beschäftigen wir uns mit den Spuren der kolonialen und postkolonialen Vergangenheit in Dresden. Dabei betrachten wir die Geschichte(n) von Orten, Gebäuden und Menschen. Was erzählt uns ein Gebäude wie z.B. das japanische Palais über Exotismus und die europäische Perspektive auf „fremde“ Kulturen? Gleichzeitig stellen wir aber auch die Frage, wie die damit verbundenen „Bilder“ bis heute wirken: Was hat diese Vergangenheit mit gegenwärtigen Fremdheitswahrnehmungen und mit gesellschaftlichen Phänomenen wie Rassismus zu tun?

Treffpunkt: 12.11.2017 um 14 Uhr am Jorge-Gomondai-Platz, bei schlechtem Wetter kann es eine Indoor-Variante geben.

Matondo – Spuren der Kolonialzeit

Eine musikalische Auseinandersetzung mit den Spuren der Kolonialzeit von Matondo. Koloniale Straßennamen müssen endlich umbenannt werden: keine Ehrung der Täter, sondern Sichtbarkeit für Kämpfer*innen gegen Rassismus und für Betroffene rassistischer Gewalt. Nicht nur in Berlin – auch in Dresden: Keine Straße für Columbus, aber eine für Marwa El-Sherbini!

Empowerment-Training von Arche Nova

Wir weisen auf eine Veranstaltung von Arche Nova mit Tupoka Ogette hin:

Hiermit laden wir recht herzlich zu einem Empowerment-Training ein: An diesem Training nehmen sog. People of Color teil, schwarze Deutsche, Deutsche mit Migrationshintergrund, Migrant*innen, Menschen, die in Deutschland rassistische Erfahrungen machen. In der deutschen Gesellschaft erfahren sie Rassismus, in verschiedener Form, in verschiedener Intensität, in verschiedener Ausprägung. Doch gleich ist der Grund für die Diskriminierung: die dunklere Hautfarbe und ihre Herkunft, durch die sie kein Mitglied der weißen deutschen Mehrheitsgesellschaft sind. Wie können wir trotz der tagtäglichen Wirklichkeit von Rassismus unsere eigenen persönlichen Ziele verfolgen? Wie können wir konstruktiv in dieser Gesellschaft leben? Und was können wir tun, um Rassismus zu verringern? Das Seminar wird in der deutschen Sprache angeboten. Durchgeführt wird das Training von Tupoka Ogette und Stephen Lawson: https://www.tupokaogette.de/

Organisatorisches

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Stadtrundgang „In den Fußstapfen von Pegida“ 22.10.2017 14 Uhr / Lingneralle (Halfpipe)

Am 20.10. 2014 ist Pegida das erste Mal auf die Straße gegangen. Seitdem sind viele rassistische Gewaltaten in und um Dresden verübt, unzählige menschenverachtende Reden gehalten worden und mit der AfDnoch eine weitere rechte Partei in verschiedenen Landesparlamenten und im Bundestag. Was mit Pegida offensichtlich geworden ist, ist ein Teil jahrelangerreaktionärer Entwicklungen, mitsamt ihren sächsichen Besonderheiten.

Der dritte Jahrestag der faschistischen PegidaBewegung soll zum Anlass genommen werden, diese genauer zu untersuchen. An Orten in der Dresdner Innenstadt gehen wir auf Ursachenforschung. Dabei sollen Akteur*innen der Bewegung beleuchtet und ein Überblick über politische ud gesellschaftliche Rahmenbedingungen geben werden, die dazu beigetragen haben, dass sich eine solche Bewegung etablieren konnte.  Im Fokus stehen dabei u.a die sächsische und Dresdner Politik, die Reaktion von Medien sowie zivilgesellschaftliche (Nicht-)Reaktion und Gegenproteste.

Wir hoffen mit unseren Ansätzen und Ideen Pegida und dem Nährboden auf dem sie  gewachsen ist, besser verstehen zu können. Wir wollen über mögliche Umgangsformen, vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus den letzen Jahren, mit euch ins Gespräch kommen. 

Wir freuen uns euch sowohl am 22.10.zur inhaltichen Beschäftigung, sowie am 28.10 zum Protest auf der Straße zu sehen!

Dresden Postkolonial & friends

Zwischen Ausplünderung, Überleben und sozialen Kämpfen für ein besseres Leben 09.10.2017 // 19 Uhr // Internationalistisches Zentrum Dresden

Vortrag und Diskussion mit Victor Nzuzi
(Bauer, Mitglied von Via Campesina und Globalisierungskritiker
aus der Demokratischen Republik Kongo)

Mit Übersetzung ins Deutsche

Spätestens seit Geflüchtete und Migrant_innen im Sommer 2015 das europäische Grenzregime vorübergehend aus den Angeln gehoben haben, ist seitens der EU-Regierungen viel von “Fluchtursachen” die Rede. Diese müssten durch milliardenschwere Entwicklungsprogramme “bekämpft” werden, nur so sei verhinderbar, dass weitere Menschen Richtung Europa aufbrechen würden. Das klingt plausibel, allerdings werden die Ursachen für die desaströsen Verhältnisse im globalen Süden meist ausgeblendet, und auch bleibt die Frage unbeantwortet, welche Art von Entwicklung überhaupt gefördert werden soll.

weiter Informationen unter www.iz-dresden.org

Kritische Einführungstage Dresden Oktokber 2017

Das Wintersemester wird bald  wieder anfangen und erfreulicherweise lieftert Kreta zu diesem Anlass wieder ein spannendes Programm, was weit über Unikontexte hinausreicht.

Es gibt unter anderem Veranstaltungen zu den Themen Stadkämpfe (am Beispiel „Betteln ist ein Recht in der Stadt“), Feminismus (Feministory Stadtrundgang) oder isrealebzogenen Antisemtismus.

Wir sind am 03.10. ab 15 Uhr mit dem Stadtrundgang „Spurensuche in den Fußstapfen Pegidas“ mit dabei. Treffpunkt ist die Halfpipe an der Lingneralle.

Allen die motiviert sind, sich in einen Überblick über aktive Gruppen in Dresden zu machen, und Möglichkeiten sucht sich zu organiseren, sei der „Meet and Eat“ Abend am 13.10. empfohlen.

Was heisst hier Siegerjustiz ? Veranstaltungsreihe zur Kritik real-sozialistischer Zustände 30.09.-24.10.

In Zusammenarbeit von gruppe polar, Internationalistisches Zentrum Dresden und dem ermittlungsausschuss Dresden entstand, im Zuge der Debatte um die Auseinandersetzung mit der DDR Geschichte in der Roten Hilfe Zeitung im Dezember 2016, eine spannende Veranstaltungsreihe mit dem Titel: „Was heisst hier Siegerjustiz ?“

An fünf Terminen wird es Veranstaltungen zu Propaganda im DDR Fernsehen, rassistische und antisemitische Gewalt in der DDR oder Dissidenz und Subkulturen. Los gehts am 30.09 mit einer Buchvorstellung und dem Vortrag „30 Jahre Antifa in Ostdeutschland“. Die Veranstaltung beginnt 19 Uhr in der Chemiefabrik. Anschliesend gibt es ein Konzert von Pisse und Battra.

Welcome United. We’ll come United! Für das Recht auf soziale Rechte! 16. September in Berlin

Eine breit gefechertes Netzwerk ruft am 16. September ab 13 Uhr zu einer großen sozialen und antirassistischen Parade durch Berlin auf.

Hier der komplette Aufruf:

Wir werden uns nicht daran gewöhnen, was vor unseren Augen passiert und zur Normalität erklärt wird: Die Tage werden nicht besser. Das Leid und der Tod sind keine Ausnahme. Sie prägen unser Leben und den Alltag aller, die in diesem Land noch immer nicht dazugehören oder versuchen, hierher zu kommen. Menschen werden beleidigt, bespuckt, geschlagen. Die Solidarität von Hunderttausenden wird mit Füßen getreten. Wir werden misstrauisch angeguckt. Sie bauen Zäune, um uns nicht hereinzulassen. Sie schieben uns ab, damit wir verschwinden. Aber wir sind da. Wir bleiben. Wir haben unsere Hoffnung. Wir haben unsere Wünsche. Wir leben. Welcome united.

Die Erinnerung ist aktueller denn je
Wir geben nicht auf. Wir erinnern uns an den Sommer 2015. Hunderttausende öffneten die Grenzen Europas. Sie waren nicht aufzuhalten, weil sie sich nicht aufhalten ließen. Sie gingen einfach los. Sie setzten sich in Bewegung, um anzukommen. Vom Budapester Bahnhof zur österreichischen Grenze. Bewegungsfreiheit blieb keine Forderung mehr. Die Bewegung nahm sich ihre Freiheit. Für ihr Recht auf Rechte, für ihr Recht auf Anwesenheit, auf Schutz, Hilfe und Zukunft. Der „March of Hope“ bleibt ein unvergessliches Ereignis in der langen Geschichte der Kämpfe für das Recht auf Flucht und Migration.
Auch heute sind wir immer noch viele. Wir sind immer noch da, vielleicht Weiterlesen

Blickpunkt Dresden: Migration Zugehörigkeit Bildung Auftakt der Veranstaltungsreihe am 15.09, Neues Rathaus Dresden

Am Freitag, den 15.09 beginnt die Veranstaltungsreihe „Blickpunkt Dresden: Migration Zugehörigkeit Bildung“ mit Präsentationen aus Forschungsseminaren der TU Dresden und einem Podiumgespräch mit Prof. Dr. Paul Mecheril, Shadi Rajabi und Tobias Linnemann.# Beginn ist 18 Uhr im Ratahus Dresden (Plenarsaal).

Organisiert wird die Reihe von der Landesarbeitsgemeinschaft politisch-kulturelle Bildung Sachsen e.V und Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen e. V.. In der Ankündigung der Veranstaltungsreihe heist es:

„Auch eine angemessene Thematisierung von Dresden als einer Stadt, die – in ihrer langen Geschichte und in der Gegenwart – permanent auch durch migrantische Akteur*innen geformt und verändert wird, bleibt noch aus. Dabei prägen Prozesse und Praxen, in welchen sich Akteur*innen der Stadt unabhängig vom ihnen zugeschriebenen Status Rechte als Bürger*innen erkämpfen, Weiterlesen

„Sie war eine starke Frau – die Marwa“ ein Feature zum Gedenken an Marwa El-Sherbini

Hiermit empfehlen wir  „Sie war eine starke Frau, die Marwa“, ein Feature zum Gedenken an Marwa El-Sherbini. Marwa El-Sherbini wurde am 1. Juli 2009 im Dresdner Landgericht bei einem Berufungsprozess wegen Beleidigung ermordet. Die Reaktionen der Stadt Dresden auf den rassistischen Mord waren verhalten. Dies löste international Empörung aus. Das Feature beschreibt Marwa El-Sherbini aus Sicht verschiedener Zeitzeug*innen und zeigt verschiedene Formen des Gedenkens und dem Diskurs darum.

Nachzuhören ist es unter https://www.freie-radios.net/83818

Auch in diesem Jahr findet die Gedenkveranstaltung an Marwa El-Sherbini am 1. Juli um 14 Uhr am Landgericht Dresden statt.

Berlin: decolonize-mitte fordert Umbennenung der Petersalle Pressemitteilung: PM: Bezirksamt Berlin Mitte gefährdet konsequente Dekolonisierung des sogenannten Afrikanischen Viertels

Berlin, 2.2.2017

Das zivilgesellschaftliche Bündnis „Decolonize Berlin“ kritisiert, dass das Bezirksamt von Berlin Mitte noch ein Rechtsgutachten zur anstehenden Umbenennung der Petersallee in Berlins „Afrikanischem Viertel“ in Auftrag gegeben hat. Die BVV hat über die Änderung dieses Namens sowie über die Umbenennung der Lüderitzstraße und des Nachtigalplatzes schon im März 2016 positiv entschieden. Während jetzt für diese beiden Straßen zum Einbringen von Alternativvorschlägen in Würdigung von afrikanischen Widerstandskämpfer_innen aufgerufen wird, bleibt die Petersallee unerwähnt. Aus Sicht des Bündnisses wird durch den Schritt die konsequente Dekolonisierung des Viertels gefährdet.

Im März 2016 beschloss die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) die Umbenennung der Deutschlands Kolonialbegründer ehrenden Lüderitzstraße, des Nachtigalplatzes und der Petersallee im sogenannten Afrikanischen Viertel. In der Umsetzung des Beschlusses, der auch in der Vereinbarung des Bezirksamtes festgehalten ist, hat das Bezirksamt nun noch eine rechtliche Prüfung der Umbenennung der Petersallee in Auftrag gegeben. Die Straße wurde im Zuge der NS-Kriegspropaganda 1939 nach dem berüchtigten Kolonialverbrecher Carl Peters benannt und nach Kritik an dessen Ehrung bereits 1986 auf den CDU-Politiker Hans Peters „umgewidmet“. Das Bezirksamt stellt fest, dass „diese Änderung vor Ort nicht nachvollziehbar sei“. Auch Schwarze, afrikanische und entwicklungspolitische Vereine haben dies in der Vergangenheit immer wieder betont und statt des historischen „Etikettenschwindels“ eine konsequente Umbenennung der Allee in Würdigung des afrikanischen Widerstands gefordert.

„Warum die Umbenennung der Petersallee nun erst rechtlich geprüft wird, obwohl der Bezirk Mitte sie bereits vor einem Jahr beschlossen hat, können wir nicht nachvollziehen“, kritisiert Tahir Della vom Bündnis „Decolonize Berlin“. „Durch diesen vorauseilenden Gehorsam wird die konsequente Dekolonisierung des ‚Afrikanischen Viertels‘ gefährdet. Weiterlesen

Die NSU-Monologe – Der Kampf der Hinterbliebenen Bühne für Menschenrechte/Michael Ruf

HEUTE 07.04.2017 // 20 Uhr // Festspielhaus Hellerau

Die NSU-Monologe erzählen von den jahrelangen Kämpfen dreier Familien der Opfer des NSU – von Elif Kubaşık, Adile Şimşek und İsmail Yozgat: von ihrem Mut, in der ersten Reihe eines Trauermarschs zu stehen, von der Willensstärke, die Umbenennung einer Straße einzufordern und vom Versuch, die eigene Erinnerung an den geliebten Menschen gegen die vermeintliche Wahrheit der Behörden zu verteidigen.

Die NSU-Monologe sind dokumentarisches, wortgetreues Theater – roh und direkt liefern sie uns intime Einblicke in den Kampf der Angehörigen um Wahrheit und sind in Zeiten eines erstarkenden Rechtsextremismus an Aktualität kaum zu überbieten.

Im Anschluss: Publikumsgespräch mit Kerstin Köditz (Stellvertr. Vorsitzende des NSU Untersuchungsausschuss Sachsen, MdL, Die Linke) und Kristina Kocevska (Dolmetscherin im Bereich Asyl), moderiert von Danilo Starosta (Kulturbüro Sachsen e.V.).